70 x 100 cm,
Acryl auf Leinwand
Thomas Düwer erschafft zwei Variationen derselben Figur, die sich wie gespiegelt behaupten und aneinander ihre Reize verstärken. Die Komposition lebt von der strengen Frontalität der Rückenansichten, der Präzision der Silhouetten und dem überbordenden Glanz der Lackmäntel. Zugleich wirkt die Ikonografie des Doppelten wie eine feine Sinnestäuschung, die den Blick steuert, noch einmal hinzusehen. Die rote Version zeigt nächtliche Stadt mit nassem Asphalt, Reflexen und einem leisen Unruhepegel. Die Farbe glänzt nass, wie ein erträumter Akzent. Die blaue Variante öffnet den Raum, bringt Klarheit, neue Dimension und eine kühle Eleganz. Die beiden Werke stehen nicht im Wettstreit, sondern erweitern das Thema der Silhouetten auf zwei Stimmungsachsen und geben ihm eine Art visuelle Quadratur. Düwers Bildsprache trägt in Rot wie in Blau denselben entschlossenen Rhythmus. Die Frage nach der Lieblingsfarbe bleibt bewusst offen, und man möchte beide Werke zugleich mitnehmen, um die Konsequenzen der Vervierfachung im eigenen Raum weiter diskutieren zu können.